So planen Sie Ihre erste iPhone-App

In 6 Schritten zu Ihrer eigenen iPhone-App.

Apps sind schon lange keine Spielereien für Geeks mehr. Sie haben sich nicht nur zu komplexen Systemen weiterentwickelt, sondern sie repräsentieren die "Webseiten" der Mobile Economy.

Ende 2010 war jedes vierte verkaufte Handy bereits ein Smartphone und allein in Deutschland waren zu diesem Zeitpunkt mehr 755 Mio Apps auf diesen Geräten installiert.

Experten und Studien gehen jedoch davon aus, dass sich der Trend zur mobilen Internet-Nutzung auch in den nächsten Jahren massiv fortsetzen wird. Für das Jahr 2015 wird sogar eine Smartphone Dichte von nahezu 100% erwartet. Darüber hinaus wird die stetig zunehmende Marktdurchdringung des iPad's sicherlich für eine weitere Belebung des Marktes sorgen.

Moderne Apps sind jedoch weit mehr als eine schnöde Vistenkarte oder mobile Präsenz auf einem Smartphone. Sie unterstützen Ihr Business vielmehr in den folgenden Bereichen:

  • Interne und Externe Vertriebsunterstützung (z.B. Auftragserfassung, Store-Finder)
  • Interne und Externe Kommunikation (z.B. News, Angebote)
  • Marketing (z.B. durch Social Media Integration)
  • Kundenservice & Support-Unterstützung
  • Produkt- oder Imagepräsentation
  • E-Learning

Das es durchaus Sinn macht mit seinem Unternehmen oder Produkten auch auf mobilen Plattformen präsent zu sein dürfte nun ziemlich deutlich sein, aber was müssen Sie eigentlich tun um Ihre eigene App in den AppStore zu bringen?

1. Die Idee

Alles fängt in der Regel mit einer Idee. Schreiben Sie diese Idee einfach nieder und sprechen anschließend mit Ihren Freunden und Bekannten darüber. Aber ist Ihre Idee wirklich gut und hat sie auch das Potenzial für eine gute App, die auch beim Kunden ankommt?

Die folgende Checkliste kann Ihnen helfen diese Fragen zu beantworten:

  • Löst Ihre App ein Problem? - Ihre App wird nur dann auf lange Sicht erfolgreich sein, wenn Sie für den Anwender ein vielleicht schon lange bestehendes Problem löst. Finden Sie heraus was Ihre Kunden stört und bieten Sie die Problemlösung in Form Ihrer App.
  • Besetzt Ihre App eine Nische? - Bei mehr als 300.000 verschiedenen Apps wird es schwierig ausreichend Aufmerksamkeit für Ihre App zu generieren. Suchen Sie sich daher eine spezielle Zielgruppe und richten Sie den Inhalt Ihrer App genau an diesen Nutzern aus.
  • Bringt Ihre Idee die Menschen zum lachen? - Wenn Sie es schaffen mit Ihrer Idee die Menschen zum lachen zu bringen, dann ist der Erfolg schon fast unausweichlich. Humorvolle Apps, wie Tirolerisch für Anfänger, werden von den Nutzern auch gern weiterempfohlen.
  • Haben Sie das bessere Rad? - Viele Ideen wurden heute schon einmal als App umgesetzt, aber wenn die bereits vorhandenen App's hier und da noch Schwächen haben, dann nutzen Sie diese Chance und erfinden Sie für den Anwender ein neues, viel besseres Rad.
  • Bringt Ihre Idee die Menschen zusammen? - In Zeiten von Facebook & Co. spielt die Vernetzung eine zunehmend wichtige Rolle. Ideen und Apps, die Menschen miteinander verbindet, werden gern von die Anwendern heruntergeladen und weiterempfohlen.

Wenn Sie mindestens eine dieser Antworten eindeutig mit "Ja" beantworten konnten, dann sind Sie auf dem richtigen Weg und Ihre App hat durchaus das Potenzial um auf diesem Markt bestehen zu können. Verlieren Sie keine Zeit und sprechen Sie mit uns darüber, wie wir Ihre Idee gemeinsam realisieren können oder arbeiten Sie in Schritt 2 Ihre Idee zunächst weiter aus.

2. Die Planung

Sie haben eine neue Idee erarbeitet und scheinbar haben Sie wohl auch erkannt, was die Menschen brauchen. Das ist aber noch lange nicht alles, denn jetzt geht es darum, Ihre Idee auf die Fähigkeiten und Möglichkeiten mobiler Geräte abzustimmen.

Moderne Smartphones haben heute eine ganze Reihe von technischen Features, die sich gut in eine mobile App integrieren lassen. Überlegen Sie daher genau, welche Features in welcher Form Ihren Nutzern einen Mehrwert in der App bieten könnten:

  • Kamera - Viele Anwender lieben es mit mit dem Smartphone ein Foto zu schiessen oder einen Film vielleicht sogar in HD zu erstellen. Wenn möglich, integrieren Sie es!
  • Musik - Die iPod-Funktionen des iPhone spielen für viele Anwender eine zentrale Rolle. Die Nutzer lieben es, wenn Sie parallel zur Nutzung einer App ihre Lieblingsmusik hören können.
  • Bewegung - In modernen Apps wird "geschüttelt" und "gedreht" was das Zeug hält. Prüfen Sie, in wie weit sich die Beschleunigungssensoren in Ihre App integrieren lassen.
  • Mobilität - Erst die Verwendung vom mobilen Internet und GPS hat zum Durchbruch zahlreicher Location Based Services geführt. Gibt es die Möglichkeit positionsbezogene Informationen wie z.B. einen Store-Finder auch in Ihrer App zu nutzen?

Betreiben Sie etwas Marktforschung

Kein Unternehmen, kein Produkt und somit auch keine App wird sich in der Gunst der Nutzer erfolgreich durchsetzen können, wenn Sie bereits am Anfang den großen Fehler machen, den Markt und Ihre Mitbewerber nicht sehr genau zu beobachten.

Nehmen Sie sich daher einfach einige Stunden Zeit und durchforsten Sie den AppStore nach ähnlichen Ideen. Schreiben Sie alle Vor- oder Nachteile der anderen Apps nieder und vielleicht hilft Ihnen diese Insperation Ihre eigene Idee noch ein wenig auszubauen.

Vergleich Awesome ToDo App

Hier noch einige Fragen, die Ihnen helfen können, die Apps auf dem Markt zu bewerten:

  • Welches Problem löst die App bzw. welchen Mehrwehrt bietet die App?
  • Welche Apps haben Sie gefunden, die ähnliche Aufgaben übernehmen?
  • Wie präsentieren sich erfolgreiche Apps ihre Funktionen?
  • Können Sie auf den vorhandenen Apps aufbauen?

Das Thema "Marktforschung" kann extrem ermüdend sein, aber es ist für den Erfolg Ihrer App von enormer Wichtigkeit. Falls Sie Unterstützung brauchen, dann sprechen Sie einfach mit uns, denn wir haben die Erfahrung und helfen Ihnen mit unserem Wissen gern weiter.

3. User Interface

Für die meisten von uns muss eine App einfach "nur schön" sein, aber neben der Optik dürfen wir natürlich die Funktionalität und ein intuitives Bedienkonzept nicht vergessen.

Spätestens an dieser Stelle werden die meisten auf ein erstes großes Problem stossen, denn ganz anders als zunächst vermutet, dürfen Sie jetzt nicht einfach "drauf los" layouten, sondern Apple gibt Ihnen in seinen iOS Human Interface Guidelines eine ganze Reihe von Vorgaben an die Hand, die Ihnen dabei helfen sollen, Ihre App auch "iPhone-like" zu gestalten.

Sie sollten bei Ihrer Planung tunlichst darauf achten, diese Richtlinien auch einzuhalten, denn Apps mit massiven Abweichungen werden nicht selten vom Review-Team zurückgewiesen und erhalten somit natürlich auch keine Zulassung für den AppStore.

Aber auch hier können Sie die anderen Apps wieder ruhig zur Hilfe nehmen. Laden Sie sich einfach die Top5 oder Top10 Apps aus den für Sie interessanten Kategorien auf Ihr Smartphone und versuchen Sie damit die folgenden Fragen zu beantworten:

  • Wie navigieren die Apps von Screen zu Screen?
  • Wie organisieren die Apps umfangreiche Informationen?
  • Wieviel Informationen werden insgesamt in der App dargestellt?
  • Wie werden spezielle Technologien wie GPS, Gesten oder Bewegung in der App verwendet?

Ihnen wird der Aufwand an dieser Stelle einfach zu groß und Sie möchten sich nicht auch noch mit Problemen und Richtlinen im Design Ihrer App befassen?

Dann vertrauen Sie auf das Wissen und die Erfahrung von Profis! Lehnen Sie sich zurück und legen Sie doch die komplette Gestaltung Ihrer neuen App ganz einfach in unsere Hände oder lernen Sie in Schritt 4, wie Sie Ihre Ideen ganz einfach visualisieren können.

4. Skizzen

Die Idee in Ihrem Kopf ist nun langsam gereift, die Mitbewerber sind analysiert und Sie haben auch schon sehr genaue Vorstellungen, wie die App später aussehen soll.

Worauf warten Sie also noch? Setzen Sie sich an Ihren Schreibtisch und beginnen Sie damit, sämtliche Funktionen und Screens Ihrer App zu skizzieren.

Jetzt ist es wirklich wichtig, dass Sie auch tatsächlich jeden Screen Ihrer geplanten App zeichnen und somit auch jeder Taste die gewünschte Funktion zuschreiben. Um sich die Arbeit an dieser Stelle etwas zu erleichtern, können Sie z.B. hier entsprechende Schablonen bestellen.

Möchten Sie zu späteren Weiterverarbeitung lieber direkt mit digitalen Skizzen und Formaten arbeiten, dann empfehlen wir Ihnen die Nutzung von Tools wie iPlotz oder iMockups.

Beantworten Sie sich zu jeder Skizze die folgenden Fragen:

  • Welche Informationen sollen auf dem Screen dargestellt werden?
  • Wie gelangt der Nutzer auf diesen Screen und wie kommt er wieder zurück?

Werden Sie zum Künstler

Ihnen reichen die Skizzen noch nicht aus um sich ein Bild von der App zu machen?

Sie wissen das Nutzer einen hohen Wert auf das Design einer App legen und möchten daher alles perfekt durchplanen? Dann laden Sie sich doch das entsprechende Design-Paket für Photoshop herunter und machen sich schnellstmöglich an die Arbeit.

Screen iOS4 Design Template

Sofern Sie über die Software und eine entsprechende Begabung verfügen, lassen sich mit Hilfe von Photoshop und den vorgefertigten Elementen aus dem Template eine ganze Reihe von ansehnlichen Screen-Previews erstellen. Nicht wenige Kunden unterschätzen gerade am Anfang den Aufwand für die Erstellung eines hochwertigen Designs und daher empfehlen wir Ihnen an dieser Stelle sich dringend von Profis unterstützen bzw. beraten zu lassen.

Mit der Einführung des Retina-Display im iPhone4 hat der Aufwand für die Erstellung der grafischen GUI-Elemente nochmals etwas zugenommen, denn damit Ihre App später sowohl die alten, als auch die neuen Display-Auflösungen des iPhone unterstützt, müssen alle verwendeten Grafiken praktisch in 2 verschiedenen Größen erstellt werden.

4. Programmierung

An diesem Punkt trennt sich die Spreu vom Weizen, denn wenn Sie bei dem Begriff Design Pattern eher an Schnittmuster, als an die Software-Architektur denken, dann sollten Sie spätestens jetzt mit uns darüber sprechen, wie wir Ihre App für Sie realisieren können.

XCode 3.1 Screen

Nicht jeder von uns hat das Zeug zu einem guten Programmierer, denn für einen guten "Coder" ist programmieren mehr als nur ein Job. Es ist eine Berufung, die jeden Tag auf's neue ein hohes Maß an Vorstellungskraft und logisches Denken erfordert. Ein Programmierer muss alle Zusammenhänge und Funktionsabläufe in seinem Kopf validieren, bevor überhaupt auch nur eine Zeile wirklich programmiert wurde und genau da liegen unsere Stärken.

Unser Team ist nicht nur beständig dabei neue und innovative Lösungen zu entwickeln, mit dem Ziel, das eigene Know-How aufzubauen und unsere Kunden zu begeistern, sondern wir planen und programmieren aus Leidenschaft und deshalb sind wir auch der richtige Partner für Sie.

5. AppStore

Wenn Sie alles richtig gemacht haben, dann sollten Sie jetzt das Dateipaket Ihrer eigenen App in der Hand halten. Und nun? Wie gelangt Ihre erste App denn jetzt in den AppStore?

Das ganze ist leider auch in diesem Fall nicht ganz einfach, denn wie so oft, hat Apple auch hier wieder einige Hindernisse in den Weg gelegt, die es zunächst für Sie zu bewältigen gilt.

  • Registrierung - Um eine eigene App im AppStore anbieten zu können, müssen Sie Mitglied im Apple iPhone Developer Program sein. Diese Mitgliedschaft kostet 99$ pro Jahr.
  • Steuern - Möchte man eine kostenpflichtige App für seine Kunden anbieten, dann behält Apple eine VK-Provision von ca. 30% sofort ein. Damit es bei diesen Einnahmen nicht zu einer Doppelbesteuerung kommt, müssen Sie zunächst einige steuerliche Angaben und Erklärungen gegenüber Apple abgeben. Das geht jedoch bereits alles online!
  • Beschreibung - Damit Ihre App auch richtig im Store präsentiert werden kann, benötigen Sie zunächst ein Icon, einen knackigen Marketing-Text und einige Screenshots.
  • Zertifikat - Die Erstellung der notwendigen Zertifikate (Provisioning profile) und die Kompilierung der Datei dürfte in der Regel Ihr Programmierer für Sie übernehmen.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, dann dürfen Sie Ihre App via. iTunes Connect in den AppStore hochladen, aber ähnlich wie in der Bibel oder wie in vielen Sagen, wird auch bei Apple das "Tor zum Himmel" scharf bewacht und kontrolliert.

Jede App durchläuft vor der Freischaltung das so genannte Review-Team. In einer ersten kurzen Kontrolle prüfen automatische Tools Ihre App auf die Nutzung unzulässiger Code-Elemente oder Frameworks. Die Liste der möglichen "Vergehen", die zu einer Abweisung Ihrer App führen könnten, ist leider nicht gerade kurz und viele sprechen hier sogar von einer Art Zensur.

Aus Sicht von Apple versucht man durch diese Maßnahmen jedoch nur das eigene Produkt zu schützen, denn wenn ein Anwender sich über einen Fehler in Ihrer App ärgert, dann bringt er dieses Problem oftmals nicht mit dem Entwickler, sondern mit der Hardware in Verbindung.

Der Anwender wird also das iPhone, den iPod oder das iPad und nicht Sie als Hersteller für dieses Problem verantwortlich machen und genau das möchte man natürlich bei Apple verhindern.

Man kann also durchaus geteilter Meinung bei diesem Thema sein, aber fakt ist nun einmal, dass keine App an der Kontrolle vorbeikommt und daher sollten Sie sich möglichst von Ihrer Idee bis hin zum fertigen Produkt von erfahrenen Entwicklern begleiten lassen.

Nach der automatischen Prüfung folgen dann noch verschiedene manuelle Prüfungen durch einen Mitarbeiter des Review-Teams. Hier wird dann beispielsweise getestet, ob sich die Anwendung auch ohne Internet-Verbindung fehlerfrei bedienen läßt.

Alles in allem kann der Zulassungsprozeß schon mal bis zu 3 Wochen dauern. Die meisten Apps finden allerdings in weniger als 10 Tagen den Weg in den AppStore.

6. Umsetzung

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesem Artikel ein wenig Lust auf das Thema "Apps" und die damit verbundenen Möglichkeiten für Ihr Unternehmen gemacht haben. Auch wenn sich vieles einfach und unkomplziert anhört, erfordert die Entwicklung und Konzeption einer erfolgreichen App sehr viel Wissen und Erfahrung. Vermeiden Sie es daher, sich durch teure Experimente zu frustrieren, sondern lassen Sie sich durch eine professionelle Agentur begleiten.

Die Entwicklung einer App kostet darüber hinaus oftmals weniger als man zunächst vermutet. In vielen Fällen liegt der Preis sogar unter den Kosten für eine dynamische Website und durch eine gute Vorarbeit wie z.B. die eigene Erstellung von Skizzen usw. sind Sie nicht nur mehr in den Prozeß eingebunden, sondern es lassen sich so auch noch ein paar Euro einsparen.